Janesfield…
…macht vorübergehend Kreativpause und beschäftigt sich mit den wichtigen Dingen des Lebens… Kommt Zeit, kommt Muse!
1 comment 5. Januar 2009
Abfuhr für den Abfall
Erst 8 Tage sind seit dem letzten Blog vergangen, und schon wieder hat sie was zu meckern… Diesmal über die Oberentfeldner. Für einmal bin ich froh, dass zwischen Oberentfelden und Aarau noch Unterentfelden liegt – auch wenn das zuweilen bedeutet, dass ich weiter fahren muss für in’s Böröm oder länger habe bis zur Autobahneinfahrt. Nichtsdestotrotz ist es momentan ganz angenehm einen Puffer zu einer der letzten Abfallinseln der Schweiz zu haben. Da kann man wahrlich sagen: In Oberentfelden stinkts! Nebst Abfall auch nach Verwesung… zumindest an der allesentscheidenden Gemeindeversammlung letzte Woche mit Durchschnittsalter 83. Die nicht-mehr-wissen-was-mit-ihrer-Freizeit-anfangenden Rentner haben die Einführung der Abfallsackgebühren bereits zum 11. Mal (seit 1972) bachab geschickt.
Damit ist Oberentfelden nebst Oberwil-Lieli (liegt’s am Ober?) die einzige Gemeinde im Aargau und auch fast die einzige in der ganzen Deutschschweiz ohne Sackgebühren. Und damit auch ohne Abfalltrennungslust, aber dafür mit einem doppelt so hohen Abfallberg wie alle umliegenden Gemeinden. Dieser Berg lockt dann auch die Touristen an – leider nicht zum Skifahren sondern zum Abfallhinterlassen.
Vielleicht haben die Oberentfeldner mit diesem Blödsinn tatsächlich touristische Ambitionen, denn für etwas anderes kann dieser Volksentscheid ja wohl kaum gut sein? Ich sehe es schon in den Katalogen: Gemütliche Kaffeefahrt in die Abfallhochburg des schönen Kantons Aargau – freie Entsorgung ihrer Haushaltsabfälle inklusive! Als Highlight wird danach die direkt in der Nachbarschaft situierte Kölliker Sondermülldeponie besucht. Die unterwegs erworbenen radioaktiven Heizdecken können hier direkt wieder entsorgt werden. Wie praktisch – ein Hoch auf die Tourismusdestination Oberentfelden!
Bei soviel Stursinn ist fluchen echt mal angebracht: Heiland Sack!
3 comments 22. September 2008
Was machst du gerade?
Jane Wakefield bloggt. Jane Wakefield ärgert sich über unfähige Autofahrer. Jane Wakefield denkt, dass schlechte Menschen von Gott mit blöden Frisuren bestraft werden. Jane Wakefield mag Bio Dinkelpops. Jane Wakefield singt „Football’s coming home“. Jane Wakefield denkt an eine Zahl zwischen 1 und 10. Jane Wakefield putzt ihre schlammverdreckten Festivalschuhe. Jane Wakefield… tut dies und tut das und tut jenes – und vor allem verkündet sie es tagtäglich der ganzen Welt. Oder zumindest all ihren Online-Freunden bei Facebook. Tönt irgendwie krank – ist mittlerweile aber Rea- und Normalität. Endlich können wir per Statusmeldung alle unsere alltäglichen Nichtigkeiten mit unserem Umfeld teilen, können verkünden, wann wir den Abwasch machen und wann wir uns die Haare föhnen. Und irgendein Trottel liest es bestimmt, oder kommentiert es im besten Fall sogar noch: „Lustig, ich habe mir auch gerade die Haare geföhnt.“ So schön – unser Leben verläuft fast parallel, das muss wahre Freundschaft sein!
So schenkt uns Facebook vermeintliche Nähe zum sozialen Umfeld und nebenbei auch eine Bühne für unser alltägliches Leben. Jeder ein kleiner Star in seiner eigenen Alltagssitcom – Jane Wakefield’s Wege zum Glück, Episode 32… Und ganz viele schauen zu bzw. lesen mit. So hat man auch endlich die gewünschte Quantität an Zuspruch nach einer bestandenen Prüfung, oder kann sich gemeinsam mit hundert Anderen über das Debakel der Schweizer Nati gegen die Kleiderverkäufer und Heizungsmonteure aus Luxembourg ärgern. Solche Ereignisse lassen dann auch die Anzahl der Freunde, die online sind, in die Höhe schnellen; nebst den einsamen verregneten Sonntagen, die sonst Spitzenreiter sind. So bietet Facebook eigentlich die ideale Plattform für sozialkritische Gesellschaftsstudien – wann suchen die Menschen soziale Kontakte, wann wollen sie sich austauschen oder ihre Meinung kundtun? Ein Login bei Facebook genügt, und das Lesen von Gesellschaftsstudien erübrigt sich.
Was hier alles etwas negativ daher kommt, hat aber durchaus auch seine guten Seiten, finde ich. Und muss ich ja fast finden, denn schliesslich bin ich auch mehr oder minder intensiver Nutzer dieser Plattform. Das Beste ist ja, dass ich dort sogar meine neusten schriftlichen Ergüsse publizieren und so noch ein zwei Blogleser mehr erhaschen kann. Das Zweitbeste ist der – im Vergleich zu SMS kostenfreie – Kurzkontakt und Infoaustausch mit Freunden (die auch im realen Leben Freunde sind..). Das Drittbeste ist das Auffinden alter Bekanntschaften – wobei Auffinden meistens nicht mit Auffrischen einhergeht. Aber zumindest wiedermal ein „Hallo, wie geht’s?“ gesendet, falls man von der Person doch plötzlich nächste Woche noch was braucht, weil sie ja, wenn man’s noch richtig im Kopf hat, bei dieser Firma arbeitet und dort gratis an nigelnagelneue Handys rankommt, was zufälligerweise momentan grad sehr praktisch ist, weil das eigene just letzte Woche vor die Hunde ging.. oderwieauchimmer.
Alle guten Dinge sind drei.. Da macht sich ein „Viertbestes“ an dieser Stelle wohl eher schlecht. Nun denn, nennen wir es daher der Formschönheit halber einfach den „positiven Nebennutzen“. Also, der positive Nebennutzen dieser grassierenden Facebookmanie liegt meiner Meinung nach in der Förderung der Ausdruckskreativität im Alltag, kurz FdAiA. (Abkürzungen sind immer wichtig, wenn man eine Theorie wissenschaftlich erhärten will!). Leider machen nur ganz wenige Facebooker von der Möglichkeit der FdAiA Gebrauch. Dies schlägt sich dann in Statusmeldungen, wie z.B. „ist müde“ oder „geht jetzt Kaffee trinken“ nieder. Dabei wäre die Statusmeldung die ultimative Gelegenheit sich seinen witzigen Gedanken oder seinen alltäglichen kreativen Ausbrüchen hinzugeben, und mal etwas schräges, oder etwas humorvolles, etwas künstlerisches oder etwas sprachlich farbenfrohes von sich zu geben. Oder ist es tatsächlich möglich, dass das Leben gewisser Leute so langweilig ist, wie es in den Statusmeldungen daherkommt?
Wie dem auch sei, in diesen kurzen Meldungen liegt jedenfalls viel Kreativitätspotential. Um die FdAiA voranzutreiben, schlage ich daher etwas ausserordentlich Revolutionäres vor: Kreative Statusmeldungen müssen honoriert werden! Daher, liebe im Geld schwimmende Facebook-Erfinder, tut mal was Gutes für die Menschheit und führt bei den Statusmeldungen ein Bewertungssystem ein. Ich will Sterne verteilen können, oder Kreativitätsmedaillen oder was auch immer. Anreize schaffen, heisst das Zauberwort. Anreize gegen das Langweilertum, Anreize für eine kreativere Welt!
3 comments 14. September 2008
Seit 20 Tagen…
..warte ich auf die Muse. Aber sie ist auf dem Weg und bald da.
Add comment 13. September 2008
Sonnenbrille + Ohropax einpacken!
Wer dieses Wochenende noch das letzte Mal Kulturluft unter freiem Himmel schnuppern möchte, dem sei ein Reisli ans Open Air Gränichen empfohlen: www.openairgraenichen.ch. Das Gränicher Moortal (es ist nicht so sumpfig, wie’s tönt!) lädt mit No Fun At All, Cataract, Gustav & son lonely Heart Attack Band und vielen mehr auf eine Freiluftparty ein. Und wen die Bands nicht interessieren, der kann sich immer noch mit den 50 verschiedenen Drinks an der Hawaii-Bar vertun. Bis dort!
2 comments 22. August 2008
Bla bla
Nach drei Vollzeittagen an der Uni bin ich geistig völlig durchgenudelt – trotzdem scheint mir dies der richtige Zeitpunkt für ein bloggerisches Lebenszeichen zu sein. Endlich wiedermal! Böse Zungen behaupteten schon, dass ich das Passwort zu meiner Blog-Administration längst vergessen hätte und bereits einem neuen Hobby fröhne. Wenn Stress in allen Lebenslagen ein Hobby ist, dann ja.
Nun, aus aktuellem Anlass widme ich meine Buchstabenreihen heute dem Thema „bla bla“. Seines Zeichens ein völlig selbsterklärender Begriff, der mit seinen wenigen zwei mal drei Buchstaben mehr Leere ausstrahlt, als wenn da statt Buchstaben Leere wäre. „bla bla“ wird aber landläufig völlig unterschätzt, denn es ist absolut leistungsstark. Es vermag nämlich nicht nur Leere auszustrahlen, sondern sogar welche zu erzeugen – Leere in meinem Kopf nämlich. So geschehen heute Nachmittag in der drittvordersten Reihe im Zimmer 118 sitzend und den Ausführungen des Dozenten zum Thema „Führungslehre“ (nicht Leere!) lauschend. Zitat: „Es gibt nicht die eine Wahrheit, sondern der Kontext entscheidet über Funktionalität und Dysfunktionalität.“ Aha. Kurz nachgedacht und für den Hausgebrauch auf Deutsch übersetzt: Ob etwas falsch oder richtig ist, hängt davon ab, in welchem Kontext es steht. Klingt logisch, aber bla bla. Was kann ich jetzt konkret damit anfangen? Wenn ich also an der baldigen mündlichen Abschlussprüfung eine falsche Antwort gebe, dann hat einfach der Kontext nicht gestimmt..? Ich meine, Kontext ist ja grundsätzlich einfach mal alles. In Bezug auf die angesprochene Prüfung wäre der Kontext zum Beispiel das fehlende Know-How eines Fachgebietes auf Grund mangelnder Lerninvestition. In diesem Kontext gesehen, wäre also meine Antwort gar nicht so schlecht – dafür, dass ich keine Ahnung hatte, worüber ich sprach.. oder? Bla bla halt.
1 comment 20. August 2008
Hutgewordene Bierseeligkeit
Das wäre definitiv mein Thema gewesen…: Die Heerscharen von Menschen mit doofwitzigen Kopfbedeckungen, welche den geneigten musikinteressierten Festivalbesucher gehörig nerven. Leider kam mir Dr. Pop von 78s zuvor. Und da mir der gute Herr so sehr aus der Seele spricht und der Text absolut meinen Nerv trifft, begnüge ich mich hier und heute mit einem Link und einer dringenden Leseempfehlung: http://www.78s.ch/2008/07/31/dr-pop-darf-man-an-festivals-einen-bierhut-tragen/
Add comment 31. Juli 2008