Murmelmania
Endlich habe ich einen Verwendungszweck für diese ollen Migros-Murmeli gefunden, die einem zusammen mit dem Rückgeld in die Pfote gedrückt werden, bevor man sagen kann, dass man doch schon ein wenig aus dem Alter draussen sei…
2 comments 23. Juli 2008
Wortirritation
Ferienzeit ist Blogvernachlässigungszeit – daher ist auf dieser Seite momentan nur spärlich was los. Auch die Schreiberlinge beim Blick scheinen in den Ferien zu weilen, die Guten zumindest. Nur so sind die üblen Wortkreationenirritationen, welche mir heute und letzte Woche in den Schlagzeilen aufgefallen sind, zu erklären. Dass die Blickmacher sich gerne an „lustigen“ Wortspielen versuchen, ist ja nix Neues, und spätestens seit „Brangelina“ auch international ein beliebtes Phänomen (..für die Nichtleser von Prominews: Brangelina meint Brad Pitt und Angelina Jolie).
Apropos, auch wir popeligen kleinen Schweizer haben ein grosses Promipaar… und damit dieses international mithalten kann, wurden sie vom Blick flugs mit einem vip-tauglichen Namen versehen: Strelanie. Wow…! Tönt zwar nur ein Zehntel so glamourös wie Brangelina, aber unser aller Lieblingsrapper Stress und seine Zickenfreundin Melanie sind ja auch nur ein Zehntel so bekannt, wie Familie Pitt-Jolie (und haben auch nur einen Bruchteil derer Anzahl Kinder).
Item. Obwohl ich persönlich Wortspiele liebe, halte ich von den plumpen medialen Kreationen eher wenig. Momentan beliebtestes Objekt für Kreativitätsausbrüche übereifriger Blick-Journis ist die Miss Schweiz Amanda Ammann. Da war letzte Woche gross zu lesen: „Es ist ein neuer AMannDa!“ Und heute kommt’s noch besser: „Ihr Neuer ist ein SF-Kamer-Amanda“. Von welcher Zwangsneurose werden die Journalisten da wohl geritten?
1 comment 21. Juli 2008
Apropos…
Wollen wir Frauen zwischen 20 und 30 seit Sex and the City nicht alle ein bisschen wie Carrie Bradshaw sein? Nun, meine eigene kleine Blogkolummne habe ich ja jetzt; und an der Sache mit den 150 Paar Schuhen arbeite ich…….
3 comments 12. Juli 2008
Der Versuch einer Erklärung…
Neulich beim Überfliegen (ja ja.. nur überfliegen – sicher nichts kaufen wollen….) eines Modekatalogs gelesen: „Edles Baumwollshirt mit Mäusezähnchen an Ärmel und Saumkante.“ Häh? Mäusezähnchen?!? Auf die Gefahr hin, mich wiedermal als schlechte Hausfrau zu outen, frage ich: Was um Himmels Willen haben die Beisserchen dieser kleinen grauen Tiere (die meistens mit argen Bisswunden vor unserer Haustüre liegen) mit Mode zu tun??
Die Welt der Säume, Nähmaschinen und Stoffmuster ist mir eh ein Rätsel. Schon damals in der „Handsgi“ taugten meine Kreationen im besten Fall für die Fastnacht. Ich erinnere mich noch gut an die violett-rot gemusterte Stoffhose, welche auf mysteriöse Art und Weise auf dem Schulheimweg verloren ging… Oder das dick gestrickte Winterstirnband in leuchtpink, das den Kopfumfang des Trägers – sehr zu seinem optischen Vorteil – verdreifachte. So etwas hätte mindestens eine Strafaufgabe zur Folge haben müssen.
Irgendwie ist es daher nicht erstaunlich, dass ich heute meine Kleider bei H&M, Companys, Esprit & Co kaufe und nicht selber nähe. Ja, wahrscheinlich ist sogar mein ausgeprägter Kleiderkaufdrang auf meine Kindheit zurückzuführen (wie so alles, wofür man nicht selbst die Verantwortung übernehmen möchte..). Ich versuche mir durch das Anhäufen von Kleidern in guten Zeiten ein Polster zu verschaffen, um auch in finanziell schlechten Zeiten nicht auf meine eigenen üblen Nähkünste angewiesen zu sein. Klingt logisch, oder? Da ich ein positiv denkender Mensch bin, gab’s bei mir bisher nur gute Zeiten – auch wenn der Kontostand im Minus stand. Alles eine Frage der Sichtweise.
Add comment 11. Juli 2008
Sandwich Cat oder Blumen am Arsch der Hölle
Gute Bands gibt’s wie Sand am Meer – doofe Bandnamen leider auch. Liegt wohl daran, dass Musiker eben Musiker und nicht Texter oder Schriftsteller sind. Da wird schon gerne mal das Wörterbuch hervorgeholt und blindlings reingezeigt: Dackelblut. Oh cool, den Namen nehmen wir! Vorgänger- und Nachfolgebands von Dackelblut hatten übrigens auch so schön klingende Namen wie „Blumen am Arsch der Hölle“, „Oma Hans“ oder „Kommando Sonnenmilch“.
Diese alten Punker sind mir aber direkt noch sympathisch im Gegensatz zu den Hype-Namen der neuen Indiewelle: Hauptsache seltsam und dazu möglichst viele Satzzeichen! Irgendwie geht’s wohl darum, dass keine Sau versteht, wie man beispielsweise die Band „!!!“ ausspricht. Alte Indiehasen werfen an dieser Stelle ein lockeres „chk chk chk“ in die Runde – sozusagen der Profilierungscode, ich komme draus und darf diese Musik gut finden – du nicht! Suche aber mal einer nach „!!!“ bei Google.. kein einziger Treffer! Entweder will diese Band gar nicht, dass man sie kennt, oder sie geht in ihrer indiemässigen Bescheidenheit (Fuck Mainstream – nur das, was niemand kennt, ist der heisse Scheiss!) davon aus, dass sie eh jeder kennt..?
Das mit der Aussprache ist auch ausserhalb der Indiewelt eine Krux. Wie um Himmels Willen spricht man die US-Metaller „Queensrÿche“ aus? Oder heisst’s jetzt [näivel] oder [navell] oder [neivel] oder wie? Gerade gestern Abend habe ich laut meinen Künstler des Tages (on Heavyrotation auf meinem iPod) rausposaunt, und heute früh bemerkt, ihn falsch ausgesprochen zu haben. Clueso* heisst eben nicht [gluso] sondern [glüso] - Schande über mich! Mit so einem Fauxpas wird jeglicher Glaube an meine Musikkenntnisse zutiefst erschüttert.
Aber wie geht das mit dem coolen Bandnamen nun wirklich? Irgendwo hab ich als Tipp für die Namenssuche mal gelesen, dass es immer gut kommt, wenn man Essen und Tiere kombiniert; so à la „Sandwich Cat“ zum Beispiel, oder wie wär’s mit „Schnipo Tiger“ oder „Röschti Hyäne“. Irgendwie auch nicht so das Gelbe vom Ei, um beim Essen zu bleiben. Abhilfe schaffen da zum guten Glück diverse Bandnamen Generatoren. Einer davon ist der Band Name Maker. Dort gibt man seinen Namen oder irgendein Lieblingswort ein, und schon kriegt man eine Fülle von möglichen Bandnamen. In meinem Fall so treffende Vorschläge, wie „Jane Bacon and the Brick“ (Speck und Ziegel passt sehr gut, find ich), „Hairy Jane“ (…), „Jane Meat“ (auch zu Deutsch als „Jane Fleisch“ sehr schön) oder auch „Khaki Jane and the Flea“. Ich kann mich fast nicht entscheiden..
* Songtipps: „Crash“ mit dem geilen Beat und das wunderschöne „Chicago“ (von der alten Platte „Weit Weg“).
5 comments 6. Juli 2008
Armengenössig
Seit heute Abend habe ich es schwarz auf weiss: Ich bin armengenössig! Sagt mir meine Steuererklärung. Ich frage mich, soll ich nun vor unserem Haus eine Kollekte aufstellen? Oder ein Spendenkonto zu Gunsten verarmter Kulturmanager eröffnen? Diese Erkenntnis wirft ein ganz neues Licht auf mein Nachdiplomstudium in Kulturmanagement: Die Finanzfächer sollten dringend um den Teil „Schuldnerberatung“ ergänzt werden. Und anstatt eines Projektweekends sollte vielleicht eher Überlebenstraining inkl. Schlafen unter der Brücke angeboten werden. Nun denn, wenigstens bezahle ich nur 1000 Fränkli Steuern. Und vielleicht kriege ich ja demnächst in der Gassenküche Zmittag, wenn ich meine Steuererklärung vorweise?
1 comment 1. Juli 2008
Billig abzugeben: 7 Bundesratcharaktere
Was lese ich heute morgen früh, direkt nach meiner dreiviertelstündigen Yoga-Session im Blick!?! Und zuerst: Ja, ich lese tatsächlich den Blick Online, und dies fast jeden Tag – Schande über mich. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Meine Nach-Yoga-Entspannung war mit einem Schlag weggewischt! Eine Dreiviertelstunde schwitzen, verrenken und krampfhafte Positionshalteversuche für nichts und wieder nichts. Herzlichen Dank Schweizer Fernsehen! Wie mir der Blick mitteilte, fiel den Damen und Herren vom SF nämlich nichts besseres ein, als eine meiner absoluten Lieblingssendungen mir nichts, dir nichts aus dem Programm zu kippen: Die Bundeshaussatire „Classe politique“. Scheinbar aus Spargründen. Da reg ich mich auf und frage, kann dieser Tage etwas schlimmeres passieren? Das ist wohl der grösste Skandal seit dem Rausfaulen der Schweizer Nati an der Heim-EM!
Ohne Walter Andreas Müller und Birgit Steinegger gibt es in der Schweizer Politlandschaft ja nicht mehr viel zu lachen. Sogar Bundesrat Merz bedauert, dass er nicht mehr allsonntäglich über sich selbst schmunzeln kann. Das gefühlt witzige und sympathische Image, welches die „Classe politique“ unserer Landesregierung indirekt verpasst hat, lässt sich kaum kompensieren, obwohl gelegentliche Ausstrahlungen der „Arena“ einer Comedy-Sendung gleichen. Hmm.. Vielleicht wäre das der Ansatz? Genau!
Liebes Schweizer Fernsehen. Wir haben den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Unser Mitleid für eure ach so schlechte finanzielle Situation hättet ihr auch anders haben können – dieser Schlag in unser aller Magengruben wäre nicht nötig gewesen. Es erscheint lächerlich, mit einer Sendung sparen zu wollen, in der zwei Schauspieler sieben verschiedene Charaktere mimen. Sieben für zwei, wo gibt’s denn so etwas sonst noch, ausser bei Aldi? Nun denn, falls es um ihre Finanzen tatsächlich so schlecht bestellt ist, dann haben wir folgenden Vorschlag: Schasst diesen langweiligen Arena-Moderator und stellt den Platz WAM und Birgit zur Verfügung. Die Arena gehört ja mittlerweile sowieso ins Segment „Unterhaltung“, dann soll sie dies doch auch in vollem Umfang tun. Wer weiss, vielleicht entlocken die zwei Komiker unseren Politikern noch ein paar neue Worte jenseits der altgedienten Phrasen aus dem Parteiprogramm. Ich verspreche, dass ich für diese tolle Idee auch keine Urheberrechtsgebühren einklagen werde. Herzliche Grüsse von ihrer bis anhin treuen Kundin.
PS: Deutschland ruft! Ich werde die nächsten Tage auf Reisen sein – ohne meinen Blog.
1 comment 27. Juni 2008

